Reisetagebuch unserer Namibiarundreise

Mit von der Partie waren diesmal Norbert und Adelbert Fust und das befreundete Ehepaar Ingeborg und German Scheurer.

Unser Flug von Frankfurt über Johannesburg nach Windhoek ging pünktlich um 20:45 Uhr ab. Wir trafen am 20.04.2013 in Johannesburg sehr pünktlich um 7:30 ein. Etwa zwei Stunden später hob dann unser Flieger in Richtung Windhoek ab, kamen aber etwa eine halbe Stunde später als geplant an. Bei der Einreise ging alles einigermaßen von statten bis auf die ständige Anfrage wo wir erstmals übernachten werden. Charls, unser von der Autovermietung Grüttemeyer angekündigter Taxifahrer traf, obwohl wir ja schon verspätet ankamen, dennoch einige Minuten später ein. Nach dem wir Geld gewechselt hatten (ca. 1:11,2), fuhren wir zum etwa 40 km entfernten Windhoek zur Autovermietung. Unser Wagen stand schon bereit und wir bekamen eine ausführliche Unterweisung. Um jegliches Risiko zu vermeiden, schlossen wir eine Vollkaskoversicherung ab. Die erste Nacht verbrachten wir auf Empfehlung von Frau Grüttemeyer, unserer Fahrzeugvermieterin, im Safari Court-Hotel.

Leider hatten wir nicht mitbekommen, dass es in diesem Hotel mehrere Kategorien und damit unterschiedliche Übernachtungspreise gab. Wir mieteten uns daher aus Unwissenheit in der teuersten und besten Kategorie ein. Erst bei einem Rundgang über das eingezäunte Hotelgelände bemerkten wir, dass es dort verschiedene Hotelkategorien gab. Auf einen Spaziergang außerhalb des Hotelgeländes kamen wir an einem in der Nähe liegenden Inlandsflugplatz vorbei.

21.04.13

Schon gegen 6.00 Uhr waren wir wieder auf den Beinen, denn ab 7.00 Uhr wurde schon das Frühstück angeboten. Unsere Koffer waren fix wieder im Fahrzeug verstaut und so konnten wir schon vor 8.00 Uhr Windhoek in Richtung Süden verlassen. Unser Tagesziel war eigentlich Lüderitz, erreichten diese Stadt aber nicht. Wir mussten uns daher eine Unterkunft auf der Strecke suchen. Auf der Fahrt versuchten wir in verschiedenen Städten uns mit einer Grundausstattung an Lebensmittel einzudecken. Dies war, weil Sonntag, nur mit einem größeren Zeitaufwand möglich. Auf der über 400 km langen Strecke durchfuhren wir die Städte Rehoboth, Mariental (immer wieder fiel uns die Deutsche Vergangenheit Namibias durch Deutsche Städtenamen auf). In Keetmanshoop war schließlich ein Supermarkt (SPAR) auf und wir konnten uns mit Trinkwasser und Lebensmittel für die nächsten Tage eindecken. Auf der Weierfahrt wurde uns klar, dass wir Lüderitz nicht vor Dunkelheit erreichen konnten. So hielten wir die Augen auf, um eine Übernachtungsmöglichkeit, Zeltplatz oder Hotel ausfindig zu machen. Knapp 40 km nach Keetmanshoop entdeckten wir einen Hinweis auf das Hotel Seeheim. Das Hotel lag nur wenige Kilometer von der Strecke nach Lüderitz auf der Piste C12 Richtung Süden zum Fish River Canyon entfernt.

Das schöne rustikale Hotel lag in einer Senke, man konnte es von der Piste aus nicht sehen. Als wir ankamen sah es zunächst aus als wäre es nicht geöffnet. Aber nach kurzer Zeit erschien dann doch die nette Inhaberin.

Wir bekamen zwei große Zimmer zugewiesen, auch konnten wir unseren Wagen sicher abstellen. Zum Abendessen wurde uns ein schmackhaftes Essen serviert. Es gab ein Oryx-Steak mit Beilagen. In der Bar genehmigten wir uns noch einen Schlummertrunk.

22.04.13

Aufgestanden kurz nach Sonnenaufgang und noch die schrägstehende Sonne für Aufnahmen genutzt. Traumhafte Sicht über die umliegende Landschaft. Hier stellten wir auch fest, dass dem Hotel auch ein Campingplatz angeschlossen war. Gefrühstückt hatten wir pünktlich um 7.00 Uhr. Man konnte wählen zwischen Rührei und zwei Spiegeleier. Gegen 9.00 Uhr dann unser Aufbruch in Richtung Lüderitz. Von einer Anhöhe wurden dann noch einige Aufnahmen von dem wunderschön gelegenen Hotel gemacht. Auf der Strecke von knapp 300 km bis Lüderitz durfte man ab dem Städtchen Aus nicht mehr die Hauptstrecke verlassen, sie liegt zwischen dem Diamond Area und dem Naukluft Park. Den Naukluft Park darf man nur mit einem speziellen Permit aufsuchen. In Lüderitz fuhren wir zunächst bis zum Meer, (dem Atlantischen Ozean) mit Blick auf ein neueres Hotel und stellten unseren Wagen für einen 1. Rundgang ab. Danach fuhren wir ins nahe gelegene alte Zentrum und gingen zur Felsenkirche hinauf.

Von dort oben hatte man eine schöne Übersicht über das noch sehr deutsch geprägte Städtchen. Viele Straßen und auch Gebäude erinnern noch an die deutsche Vergangenheit. (zum Beispiel Insel Street, Hafen Street, Bismarck Street, Vogelsang Street, Lübecker Street, Hamburger Street usw. ).

Auch hängt noch über Ministry of Works, Transport and Communication Department of Works der Deutsche Reichsadler. Außerdem steht noch das gut renovierte Gebäude „Kapps – Konzert u. Ball – Saal“ von 1907.

Die etwas verschlafen wirkende Geburtsstadt Südwestafrikas liegt auf einem Granitfelsen. Lüderitz wird häufig durch den stürmischen Atlantik vom Küstennebel eingehüllt. Zum Glück hatten wir, bei unserm Besuch, traumhaftes windstilles Wetter. Auf unserer Rückfahrt kurz nach Lüderitz stoppten wir noch um einige Aufnahmen von den, an der Straße liegenden, Sanddünen zu machen.

Wir hatten uns entschlossen am gleichen Tag nach Seeheim zurückzufahren, um am nächsten Tag schon sehr früh in Richtung Fish River Canyon aufzubrechen. Im Hotel Seeheim wurden wir in den gleichen Zimmern untergebracht und zum Abendessen gab es wieder Wild. Auch der Schlummertrunk ein Windhoek Lager Bier durfte nicht fehlen.

23.04.13

Aufgestanden sind wir wie immer gegen 6.00 Uhr mit anschließendem Frühstück um 7.00 Uhr. Und schon gegen 7.30 Aufbruch in Richtung Süden auf der Piste C12. Auf der breiten gut ausgebauten Piste fielen uns die ersten dicht an der Strecke stehenden Köcherbäume auf. Auch einige Gazellenarten konnten beobachtet werden. Immer ein Grund eine Pause einzulegen und einige Fotos zu machen. Nach etwa 120 km langer staubiger Fahrt erreichen wir auf der C37 Hobas. Dort ist das Eingangstor in der Fish River Canyon Park. Nach einer Registrierung und Entrichtung des Eintrittspreises von ca. 8,00 € pro Person und etwa 1,00 € pro Fahrzeug mussten wir noch 10 km zurücklegen um den Hauptaussichtspunkt zu erreichen.

Von dort hatte man einen grandiosen Ausblick auf die so genannte Höllenkurve des „Hell’s Blend. Eine 3 stündige Wanderung entlang des Fish River Canyons bescherte uns noch viele traumhafte Blicke in den, neben den Grand Canyon in den USA, zweitgrößten Canyon der Welt.

Als Übernachtung-Stelle hatten wir Ai Ais ausgesucht. Auf dieser Strecke durchfährt man eine wunderschöne abwechslungsreiche Landschaft. In der knubbeligen mit kuriosen Felsen versehenen Landschaft haben sich verschiedene Lodge mit Restaurants etabliert.

Ein Abstecher der in jedem Fall empfehlenswert ist. Ai Ais ist keine Ortschaft sondern ein Staatliches Camp mit Thermalquellen deren Wasser eine Temperatur von etwa 60° C aufweist. Der Name „Ai Ais“ bedeutet übersetzt in der Sprache der Nama „siedend heiß“ Der dortige Campingplatz ist großzügig angelegt und es gibt auch dort ein ausgezeichnetes Lokal. Wir genehmigten uns wieder einen Wildbraten nebst Windhoek Lager Bier zum Abendessen.

24.04.13

Aufgestanden wie üblich aber in Ruhe die Vorbereitungen für unsere nächsten Ziele getroffen. Gefrühstückt hatten wir im Restaurant des Campingplatzes. German hatte sich danach in der Rezeption mit einer ihm bekannten Wildtier-Aufzuchtfarm telefonisch in Verbindung gesetzt.

Leider kam durch Urlaub der Inhaber ein abschlägiger Bescheid. Also mussten wir unsere Planung umwerfen und ein neues Ziel anpeilen. Ingeborg und German schlugen als Ersatz den Quivertree Forest vor. Dieser Köcherbaumwald liegt 13 km nördlich von Keetmanshoop auf dem Gelände der Gariganus-Farm. Der Köcherbaum, ein Wahrzeichen Nanibias, kommt nur im Süden des Landes vor.

Nach etwa 230 km auf rauer Piste, auf der wir auch größere Oryxantilopen-Herden zu Gesicht bekamen und auch unzählige Webernestkolonien sahen, mussten noch 45 km auf Asphalt und weitere 13 km auf Piste zurückgelegt werden bis wir die Gariganus-Farm erreichten.

Wie auf vielen Farmen Namibias wurden auch dort gezähmte Geparden gehalten. Wir kamen zur rechten Zeit zur Fütterung an. Es war schon ein überragendes Erlebnis solche Raubkatzen aus der Nähe zu sehen. Besonders beeindruckt waren wir, dass sich die Geparden selbst beim Fressen streicheln ließen. Der Farm war auch in unmittelbarer Nähe des Köcherbaumwaldes ein komfortabler Campingplatz angeschlossen. Selbst Strom fehlte an den einzelnen Stellplätzen nicht. Bei fotogenem Spätnachmittagslicht machten wir noch einen Rundgang durch den hochinteressanten Köcherbaumwald.

Unzählige riesige Exemplare standen dicht bei einander. Unser Abendessen mussten wir diesmal selbst kochen. Es gab, der Einfachheit halber, Nudeln mit Cornedbeef. Zum Trinken hatten wir uns genügend mit Windhoek Lager Bier eingedeckt. So gegen 21.00 Uhr, es wurde auch schon kühler, verzogen wir uns in unsere Dachzelte.

25.04.13

Wieder sehr früh aus unseren Dachzelten gekrochen und in Ruhe gefrühstückt. Danach die Dachzelte abgebaut und unseren Wagen zur Abfahrt eingeräumt. Im Farm Haus bezahlten wir noch für den Campingplatz und bekamen auch noch einen Kaffee angeboten.

So gegen 8.00 Uhr fuhren wir wieder nach Keetmanshoop zurück und ergänzten unsere Lebensmittel in einem Spar Geschäft. Danach fuhren wie nochmals auf der B4 in Richtung Lüderitz. Verließen aber schon die gut ausgebaute asphaltierte Straße in Goageb in Norden. Die 26 km lange Strecke bis Bethanie war auch noch asphaltiert, danach ging es auf einer zwar gut ausgebauten Piste weiter.

Ein Hinweisschild „Alte Kalköfen Lodge“ veranlasste uns einen kurzen Abstecher von 1 km zu machen. Da die alten Kalköfen auf Farmland standen mussten wir ein Gattertor öffnen, um die Öfen zu besichtigen. Wir verzichteten aber auf einen Besuch der Lodge. Unser nächster Stopp war in Helmeringhausen. Kurz vor der Abzweigung in Richtung Westen zum Örtchen Betta endeckten wir ein Freilichtmuseum direkt am Straßenrand.

Unter anderem konnten wir auch einen älteren Windgenerator bewundern. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite konnten wir uns nochmals mit Trinkwasser in einem Bottle-Store eindecken. Ingeborg und German hatten vorgeschlagen, dass in der Nähe von Betta liegende Schloss Duwisib aufzusuchen. Da dort auch auf unserer Karte ein Campingplatz eingetragen war, sollte dies auch unser nächster Übernachtungsplatz werden.

Wir trauten kaum unseren Augen als wir das in rotem Sandstein erbaute Schloss erblickten. Hansheinrich von Wolf ließ dieses Schloss 1908 als Farm-Haus bauen. Das Bauwerk ist als Viereck konzipiert und es gruppieren sich um einen schönen Innenhof insgesamt 22 Zimmer. Seit der Renovierung 1991 ist das Schloss Duwisib nationales Denkmal.

Der hervorragend gestaltete Campingplatz mit einem Souvenirladen wird von der deutschen Familie Frank-Schultz geführt. Er überließ uns für den Abend ein Büchlein über die Geschichte des Schlosses.

Am Abend mussten wir wieder einmal selbst kochen, es gab wie üblich Nudeln mit Fleischeinlage. Auch genehmigten wir Männer uns wieder eine Dose Bier.

26.04.13

Auch diesen Morgen sind wir schon wieder bei Sonnenaufgang um 6.00 Uhr auf den Beinen. Schnell ist auf unserem mitgeführten Gasherd das Kaffeewasser heiß.

Und zum Frühstück schlugen wir einige Eier in die Pfanne. Ingeborg hielt sich aber lieber an Marmelade und Brot und überließ uns Männern die Rühreier.

Anschließend begaben wir uns zum Schloss, um dieses Bauwerk näher anzuschauen. Eine nette Frau nahm den Eintrittspreis von 60 N$, das sind knapp 6 €, entgegen. Warum dabei unser Name und unsere Fahrzeug Nummer festgehalten werden musste (die Fahrzeug Nr. wurde überall aufgeschrieben) ist uns unklar. Innen werden Einrichtungsgegenstände aus jener Zeit gezeigt.

Bis auf das Bauwerk selbst, wurden alle Gegenstände und Einrichtungen per Schiff und dann mit 20 Ochsenkarren durch die namibische Wüste gezogen, es sind über 600 km. Die Steinmetzarbeiten wurden von Italienern ausgeführt. Nach einem Rundgang um das Schloss suchten wir nochmals die Rezeption des Campingplatzes auf und erstanden eine Broschüre in deutscher Sprache über die Entstehung des Schlosses. Danach mussten wir wieder die ca. 25 km nach Betta zurückfahren und begaben uns von dort auf die Piste C27 in Richtung Sesrim-Canyon. Auf dieser abwechslungsreichen, landschaftlich wunderschönen, Strecke konnten wir unzählige riesige Webervögel-Bauten beobachten, es ist schon erstaunlich, was solche kleinen Vögel zustande bringen.

Wir erreichten nach etwa 45 km das Namib Rand Nature Reserve (Private) in ihm liegen einige private Lodges. Viele Thomsen Gazellen konnten wir dort auch beobachten. Leider sind diese grazilen Tiere durch die Einzäunungen stark gefährdet.

Sie können leicht über die 1,5 Meter hohe Zäune springen. Da aber häufig diese Umzäunungen im oberen Bereich mit zwei dicht beieinander gespannten Drähten versehen sind, verfangen sich die Gazellen mit den Vorder- oder Hinterläufen zwischen diesen Drähten und verenden elendig.

Wir konnten dies mehrfach auf dieser Strecke beobachten. Nicht selten sieht man auch auf dieser Strecke das Wappentier Namibias die „Oryxantilope“ Kurz vor Sesrim kamen wir noch an der feudalen Le Mirage Desert Lodge vorbei, einige Gebäude, die so nicht recht in die Landschaft Namibias, sondern eher nach Nordafrika passen würden.

In Sesrim mussten wir uns zunächst ein Permit für die Fahrt nach Sossusvlei besorgen. Auch ist diese Strecke nur mit Geländewagen zu befahren. Auf den ersten Kilometern kam man schon an herrlichen rötlichen Dünen vorbei, es lohnte sich auch schon, dort zu verweilen und einige Aufnahmen zu machen.

Die letzten 5 km sind sehr Tiefsandig und ein ungeübter Fahrer kann selbst mit Allrad in Bedrängnis geraten. Selbst wir als erfahrener Saharafahrer mussten den Untersetzer einlegen. Der Motor wurde im normalen Getriebe-Bereich einfach abgewürgt.

Am Sossusvlei unternahmen wir dann eine ausgiebige Wanderung durch die Dünenlandschaft. Auf der Rückfahrt mussten wir uns schon sputen, denn man durfte nicht nach 17.00 Uhr in Sesrim eintreffen. In Sesrim suchten wir uns einen schönen Stellplatz auf dem komfortablen Campingplatz. Dieser war mit allem Nötigen wie Wasser und Strom ausgestattet.

Unser Abendessen mussten wir wieder selbst bereiten. Da wir auch Licht an unserem Platz hatten, konnten wir es etwas länger in den Abendstunden draußen aushalten.

27.04.13 Morgens sind wir nach einer ruhigen Nacht wieder bei Sonnenaufgang aus unseren Dachzelten gekrochen. Schnell war unser Frühstück bereitet und unser Fahrzeug für die Abreise eingeräumt. Im Campingplatz angeschlossenen Lebensmittelgeschäft ergänzten wir wieder unsere Vorräte bevor wir in Richtung Walvis Bay aufbrachen. Auch mussten wir unseren Treibstoff auffüllen. Dies machten wir immer dann, wenn unser Zusatztank leer war und die Tankanzeige des Haupttanks zu sinken anfing. Wir wählten zunächst die Piste C19 in Richtung Norden und wechselten kurz vor Solitaire auf die C14, die die Namib in westlicher Richtung durchquert und in Walvis Bay endet.

Diese Durchgangsstrecke darf man nicht verlassen sofern man kein Permit für die gesamte Namib Wüste hat. Leider konnten wir uns dieses Permit nicht besorgen und so blieb uns nichts anderes übrig, als nur die Sehenswürdigkeiten auf der Strecke anzuschauen. Auf der Strecke bis zum Parkeingang haben viele Farmerfamilien sich auch für den Tourismus eingerichtet und es entstanden so unzählige Lodges. Auch ist diese Strecke sehr attraktiv, denn viele kleinere Gazellen Herden sind neben einer traumhaften Landschaft direkt neben der Straße zu beobachten.

Ein besonderes Highlight ist der Gaub Pass (Gaub River Canyon). In Namibia werden auch die Durchfahrten durch einen Canyon, genau wie die Überquerung eines Berges, ebenfalls als Passfahrten bezeichnet. Der nächste Höhepunkt ist der nur wenige Kilometer entfernte Kuiseb Canyon. Der Kuiseb River führt nur sehr selten Wasser. Nur alle 10 Jahre führt er so viel, dass sich die Fluten bei Walvis Bay ins Meer ergießen.

Nach der Durchfahrt durch den Kuiseb schließt sich eine abwechslungsreiche wellenartige Landschaft an, die dann später in eine wüstenhafte Ebene ausläuft. Nur ab und zu sind dann nur noch kleinere Felsknubbel in der Landschaft auszumachen.

Vereinzelnd konnten wir dort größere Straußenherden in unmittelbarer Nähe der Piste beobachten. In Walvis Bay hielten wir uns nicht lange auf und begaben uns auf der östlichen Seite des Dünenriegels auf einer nicht allzu guten Piste in Richtung Swakopmund. Leider führte die Piste nicht sehr dicht an die Dünen heran, wir hatten anscheinend doch nicht die richtige Piste erwischt, denn wir hatten bei unserer vorhergehenden Namibiareise unsere Zelte inmitten der Dünen aufgeschlagen.

Kurz vor Swakopmund kamen wir noch an einem kleinerem See vorbei, in ihm standen einige Flamingos. Wir fuhren von Osten her in Swakopmund ein und bemühten uns gleich um eine Unterkunft. Uns fiel das Hotel „Deutsches Haus“ sofort ins Auge. Es wären auch noch Zimmer frei gewesen, aber der Preis von knapp 100 € pro Person war uns dann doch zu hoch. In unmittelbarer Nähe fragten wir in einer sehr schön gelegenen Pension nach, aber es war alles belegt.

Die deutsche Inhaberin empfahl uns eine gute und preiswerte Möglichkeit im Hotel „Prinzessin Rupprecht“. Es liegt nicht weit von der Küste und vom Stadtzentrum entfernt, auch war der Preis von ca. 40 € pro Person annehmbar. Ein sicherer und bewachter Stellplatz war im Preis inbegriffen. Nachdem wir uns in den Zimmern etwas eingerichtet hatten, gingen wir gleich auf Entdeckungstour.

Ein Spaziergang zur nahe gelegenen Uferpromenade und zum tosenden und aufgewühlten Meer war ein Muss. Auf einem langen Steg, an dessen Anfang und Ende je ein Lokal war, spürten wir so richtig die geballte Kraft des Atlantiks.

Erst als die Dämmerung einbrach, gingen wir zurück. Auf unserem Rückweg wurden wir von einer Frau auf Deutsch angesprochen. Nachdem wir bestätigten, dass wir aus Deutschland kommen schüttete sie ihr Herz aus und beschwere sich über die deutsche Regierung. Sie konnte nicht verstehen, dass sie als Deutschstämmige, die zwar in Süd Afrika geboren, nun aber mit einen deutschstämmigen in Namibia geborenen Mann verheiratet ist, bei Besuchsreisen nach Deutschland so viele Schwierigkeiten gemacht bekommt – sie muss Einladungen vorweisen und bekommt immer nur für eine kurze Zeit ein Visa. Ihr Mann dagegen, geboren in Namibia, bekäme für drei Jahre ein Visa. Auch bemängelte sie, dass man in Deutschland offenbar keinen so großen Wert mehr auf die deutsche Sprache legt, hingegen würde man in Namibia versuchen die deutsche Sprache sauber zuhalten und nicht wie in Deutschland die Sprache mit Fremdwörtern zuzukleistern. (Es fiel auch das Wort Denglisch) Zum Abendessen wurde uns vom Hotel ein nettes Lokal empfohlen. Wir wurden nicht enttäuscht. Im Hotel gab es auch einen Internetanschluss und so konnten wir einige E-Mail versenden.

28.04.13

Wir sind schon der Gewohnheit nach wieder gegen 6.00 Uhr aufgestanden und hatten uns nach dem Frühstück, es wurde im Hotel eingenommen, für diesen Sonntag einen Ausflug zum Cape Cross vorgenommen. Das Wetter war aber an diesem Tag trüb und windig. Wir hofften aber, dass sich bei unserer Ankunft der Himmel aufreißt. Aber nach etwa 130 km wurde es immer trüber. Dennoch fuhren wir zum Robbenreservat. Am Parkplatz erreichte uns ein ziemlich penetranter Gestank und ein ohrenbetäubender Lärm.

Als wir dann der Küste näher kamen, entdeckten wir schon unzählige Robben. Aus der Ferne sahen sie eher wie Felsen aus. Von einem hölzernen Laufsteg (Besichtigungssteg) der etwa einen Meter über dem Erdboden verläuft, hat man eine hervorragende Übersicht über die bis zu 250 000 Zwergpelzrobben. Leider ist durch das schlechte und trübe Wetter der Farbkontrast der Tiere zur Umgebung sehr gering, so dass eine Bildnachbearbeitung im Computer sicherlich notwendig wird.

In unmittelbarer Nähe hatte der Portugiese Diogo Cao als erster Europäer im Jahre 1486 diesen Teil Afrikas erreicht und im Namen seines Königs ein Kreuz errichtet. Heute steht nur eine Kopie dieses Kreuzes an dieser Stelle. Das Original wurde 1893 von einem Deutschen Kapitän nach Berlin verbracht. Ein zweites Kreuz wurde unter südafrikanischen Mandat 1986 aufgestellt. Nach etwa 1 ½ Stunden fuhren wir wieder nach Swakopmund zurück. Hierbei fielen uns noch Hinweise auf einzelne Gebiete für die Salzgewinnung auf. In Swakopmund hatte sich das Wetter gebessert und einzelne Sonnenstrahlen kamen durch. Grund genug im Stadtzentrum zu parken.

Wir stellten unseren Wagen in unmittelbarer Nähe des „Hohenzollern Haus“ ab und begaben uns auf einen Rundgang durch die nähere Umgebung. In einer westlich gelegenen Straße betrachteten wir das bekannte Woerman Haus. Leider konnte keine umfassende Besichtigung vorgenommen werden, aber bis zum Innenhof konnten wir gehen. Vieles in dieser Stadt erinnert noch an die deutsche Vergangenheit, Geschäfte und Straßen tragen noch deutsche Namen. Dann fuhren wir zu unserem Hotel zurück, um uns etwas auszuruhen.

Kurz vor 15.00 Uhr gingen Ingeborg, German und Adelbert nochmals bei traumhaften Wetter auf Entdeckungstour. Unser Weg führte uns zum alten Amtsgericht, zum Leuchtturm, zum „Kaiserlichem Bezirksgericht“ und zu einem afrikanischen Markt. Am Abend haben wir ein anderes Lokal aufgesucht und genehmigten uns wieder einen Wildbraten und ein hervorragend gezapftes Bier.

29.04.13

Aufgestanden und gefrühstückt wie am Vortag. An der Rezeption mit der Inhaberin unsere E-Mail, und Internetadressen abgegeben. Sie wollte sich unsere Reiseberichte anschauen. Aufbruch gegen 9.00 Uhr, nachdem wir das Finanzielle erledigt hatten. Für diesen Tag stand zunächst ein Gebiet, in dem wir die Welwitchia Mirabilis auffinden könnten, auf unserem Plan. Nachdem wir zweimal vergebens die Pisteneinfahrt der D 1903 übersehen bzw nicht gefunden hatten, gelang es uns nach genauem Studium unserer Karte und stellten dabei fest, dass es eine andere Möglichkeit gab.

Wir mussten dafür aber  einen größeren Umweg über den kleinen Ort Goanikontes in Kauf nehmen, wurden aber mit einer traumhaften Landschaft, dem „Moon Landscape“, belohnt. Nach etwa 30 km kamen die ersten Welwitschia Mirabilis in Sicht. Laut Karte hätten wir auf dieser Piste wieder die B2 die uns zum nächsten Ziel Usakos bringen sollte erreichen müssen. Wir fuhren also immer auf der Piste weiter und sichteten später eine größeres  Gebiet mit einer Vielzahl an Welwitschia Mirabilis.

Die Welwischis Mirabilis ist endemisch, sie wächst im südlichen Afrika, hauptsächlich in der Namib Wüste. Wir erreichten schließlich eine Pistenkreuzung mit einem Wachhäuschen. Um sicherzugehen welcher Weg der Richtige ist, fragten nach dem Richtigen . Hier erfuhren wir, dass das kurze Stück Piste bis zur Straße B2 gesperrt und nicht befahrbar sei. Also mussten wir die gesamte Pistenstrecke zurück fahren. Jetzt wurde uns auch klar warum wir die gesuchte Pisteneinfahrt nicht gefunden hatten. Auf der Straße B2 in Richtung Usakos tankten wir wieder im Örtchen Arandis  Dieselkraftstoff nach.

Den Ort Usakos erreichten wir auf der gut ausgebauten Straße sehr schnell. Der Ort war aber eine große Enttäuschung. Wir hatten ihn von unserem Besuch1995 in bester Erinnerung. Einige kleinere Geschäfte im Tante-Emmaladen-Stil waren nicht mehr da. Auch den Eindruck eines ehemalig deutschgeprägtem Städtchens und als Knotenpunkt der Eisenbahn, haben wir nicht wieder gefunden. Auch die eigentliche Sehenswürdigkeit die Henschel Schmalspur Lokomotive von 1912, stand nicht mehr an ihrem Platz. Sie wurde vom einem LKW gerammt und stark beschädigt. Wie wir nun zu Hause nachlesen konnten, hat man sie 2010 an einem anderen Platz aufgestellt. Wir hatten zwar eine Lok gesehen aber nicht im Traum daran gedacht, dass es die gleich Lokomotive ist, die wir 1995 gesehen hatten.

Zwei Bilder:

Zustand von 1995

Zustand von 2013.

Da wir an der Spitzkoppe („Matterhorn Namibias“) übernachten wollten mussten wir uns nun sputen, den knapp 60 km lagen noch vor uns liegenden Weg (davon gut die Hälfte Piste) zu bewältigen.

Das schon von weitem sichtbare und 1729 m hohe Granitgebirge „Spitzkoppe“ erreichten wir gegen 16 Uhr An der Rezeption des Spitzkoppe Rest Camp ließen wir uns für einen frei auszusuchenden Campingplatz vormerken. Hierzu musste sich wieder einer von uns mit seinen Personalien nebst Fahrzeug Nr. eintragen.

Vom Parkwächter wurde uns nur eine grobe Beschreibung, wo wir unser Fahrzeug abstellen sollten, gegeben. Auf der Suche nach einem geeignetem Stellplatz wurde uns von einer größeren Reisegrupp zu verstehen gegeben, dass unser ausgesuchter Platz nur für Gruppen mit Großfahrzeugen reserviert sei. Wir ließen uns erst einmal nicht vertreiben. Dennoch fuhren wir nochmals mit unserem Fahrzeug weiter. Zwei von uns blieben aber am Platz um diesen möglicherweise zu verteidigen. Wir fanden danach einen erheblich schöneren in unmittelbarer Nähe des Steinbogens.

Da die Dämmerung schon eintrat wurden schnell unsere Dachzelte aufgeschlagen und wir bereiteten unsere Nudeln nebst Corned Beef zum Abendessen. Als Getränk gönnten wir uns auch wieder ein namibisches Bierchen.

30.04.13

Aufgestanden sind wir wie üblich, hatten aber unser Frühstück in Ruhe eingenommen. Da wir am vorhergehenden Abend nicht allzu viel Zeit hatten uns die Gegend genauer anzuschauen, machten wir nach dem Frühstück ausgedehnte Wanderungen mit einigen leichteren Kletterpartien.

Die Morgensonne bescherte uns ein traumhaftes Fotolicht. Nachdem wir unseren Wagen zur Abfahrt hergerichtet hatten, machten wir noch eine größere Rundfahrt durch das Gebiet der Spitzkoppe. 

Unser nächstes Ziel sollte der Brandberg sein. Wir beschlossen, nicht die asphaltierte Straße über Omaruru zu fahren, sondern wir fuhren auf der wesentlich kürzeren Piste D1930 über Nainais zum Städtchen Uis. Bevor wir die Spitzkoppe verließen, hielten wir noch an einem einheimischen Souvenirstand.

Ingeborg und German kauften einige Kleinigkeiten. Auch hatten wir dadurch einige nette Bilder vom Stand und den anwesenden Personen machen können. Besonders der kleiner Junge war das Zielobjekt unserer Kameras. Auf ca. der halben Strecke durchfuhren wir eine sehr schöne Landschaft, Grund genug, einen Stopp nördlich von Nainais zum Fotografieren einzulegen.

In Uis hielten wir uns nicht auf, sondern fuhren über die C35 und später noch über die D2399 zum „Nature Brandberg Reserve“. Von dort wollten wir die Rock Paintings „White Lady“ aufsuchen. Am Parkeingang mussten wieder, wie überall, erst einmal die Formalitäten erledigt werden.

Darauf wurde uns eine Führerin zugewiesen, dies ist erforderlich, man darf nicht alleine durch den Park gehen. Vor dem Abmarsch achtete unsere Führerin sehr genau darauf dass wir für den anstrengenden Marsch in der Mittagshitze genügend Wasser dabei hatten. Norbert fühlte sich nicht wohl und zog es vor, auf die Wanderung zu verzichten.

Unterwegs machten wir zweimal zum Ausruhen halt. Nach gut eineinhalb Stunden erreichten wir die Rock Paintings und die „White Lady“. Mit uns kam auch eine Familie mit einer kleinen Tochter an. Auch diese drei Personen litten unter der enormen Hitze ca. 40° C im Schatten (aber Schatten gab es kaum). Die Kleine fragte schließlich ihre Eltern ob es möglich ist, dass man am Po schwitzen kann. Nach einigen Aufnahmen begaben wir uns wieder auf den Rückweg.

Ingeborg rutschte aus und fiel „langen Wegs“ hin. Sie hatte anfangs starke Schmerzen, konnte aber alle Finger und das Handgelenk bewegen. Norbert hatte sich in der Zwischenzeit am Eingang des Parks umgeschaut und alles dokumentiert.  

Wir machten auch noch einige Aufnahmen von unserer Führerin und von der Parkwächterin und druckten diese auch für die beiden gleich aus. Nach einigen Drinks und einer Erholungspause machten wir uns auf die Suche nach einem in der Nähe liegenden Campinglatz. Konnten aber keinen in der Nähe finden, daher entschlossen wir bis Khorixas zu fahren. Sehr spät fast zur Dunkelheit kamen wir an.

Das Einchecken war eine Katastrophe. Die Angestellte füllte auf ihrem Computer das Formular im Einfingersuchsystem aus. Sie stellte sich an als ob sie das erste Mal mit einem  Computer gearbeitet hätte. Schon bei Dunkelheit fanden wir dann dennoch einen schönen mit Steinen eingesäumten Platz. Etwas unübersichtlich waren die sanitären Einrichtungen, die Damentoiletten waren gut sichtbar aber ohne Tür. Um zu zeigen, dass sie besetzt ist, musste eine Stange quer in den Eingang gestellt werden. Der Eingang der Männertoilette war nicht direkt auffindbar es war ein Zufall, dass wir ihn entdeckten. Zum Abendessen gab es wie üblich Nudeln, aber diesmal mit Gemüseeintopf.

01.05.13

Wir sind wieder bei Sonnenaufgang aus unseren Schlafsäcken gekrochen. Auch unser Frühstück war schnell zubereitet, denn auf eine gute Tasse Kaffee wollten wir auch im Urlaub nicht verzichten. Schon sehr zeitig, um 8.15 Uhr, sind wir dann ca. 60 km auf guter Straße in Richtung Osten gefahren. Unser Ziel war der Vingerklip, ein Wahrzeichen Namibias. Um ihn zu erreichen mussten wir dann noch etwa 20 km nach Süden auf einer Piste fahren. Hier gab es aber einige Probleme mit der Navigation. Den Eingang zum Gelände hatte man verlegt und so fuhren wir mehrmals an der Eingangspforte einer Lodge, die neuerdings auch die Zufahrt zum Vingerklip ist, vorbei. Unser mitgeführtes Navi bestand aber immer auf der früheren (nunmehr nicht mehr gültigen) Einfahrt.

An der Pforte der Lodge mussten erst wieder die üblichen Formalitäten erledigt werden. Von dort war es dann nur noch eine kurze Strecke bis zum Parkplatz des Vingerklips. Die 35 m hohe Steinnadel ist der Überrest eines Tafelberges, der allmählich durch Erosion seine jetzige Form bekam. Eine Besteigung durch Kletterer ist strengstens verboten, es wäre auch viel zu gefährlich. Ein steiniger Weg führt zum Fuße der Klippe von dort hatte man einen sehr schönen Überblick über die Ugab-Terrassen. In der Ferne konnte man auch noch die „Vingerklip-Lodge“ erkennen.

Auf der Rückfahrt zur Asphalt-Straße sichteten wir viele hohe Termitenbauten rechts und links der Piste. Unser nächstes Ziel sind die „Twyfelfontein Rock Engravings“, machten aber zuvor noch einen Abstecher zum am Wege liegendem „Petrified Forest“. Am Parkplatz gab es eine überdachte Stelle für unser Fahrzeug (ähnlich einem Carport) dies ist eine sinnvolle Einrichtung, denn in der prallen Sonne würden sich die Fahrzeuge unangenehm aufheizen. Auch dort war es wieder Vorschrift den Rundgang mit einem Führer zu unternehmen.

Wir waren überrascht über die Vielzahl und Größe der versteinerten Bäume. Auf unserem Rundgang fielen uns auch wieder größere Welwitschia mit Blüten auf. Nach unserer Rückkehr bestellten wir uns einige Dosen Coca Cola zum Durstlöschen. Unseren Führer hatten wir natürlich auch zu einem Getränk eingeladen. Uns fiel dabei ein kleiner Junge auf, der auch mit seiner Milchflasche geschickt hantierte, dies war natürlich wieder ein Fotomotiv. Selbstverständlich druckten wir auch sofort ein Bild aus.

Dies hatte natürlich bei den anderen Anwesenden Begehrlichkeiten geweckt. Auf diese Weise entstanden auf Wunsch eine Vielzahl an Portraits. Es hatte sich wieder einmal gelohnt den Drucker dabei zu haben. Am frühen Nachmittag erreichten wir schließlich Twyfelfontein, es ist eines der bedeutendsten Fundstellen von Felsbildern in Namibia. Auch dort gab es eine Unterstellmöglichkeit für unser Fahrzeug.

Parkmöglichkeit

Fußweg zur Rezeption

Rezeption Twyfelfontein

Ingeborg, German und Adelbert, mit Kameras bewaffnet, gingen auf eine durch einen Führer geführte 90 minütige Rundtour. Unterwegs trafen wir immer wieder auf geführte Gruppen, darunter eine größere aus China. In Namibia sind uns Touristen aus China öfters aufgefallen, sie scheinen das Reisen auch schon entdeckt zu haben. 1952 wurde das Gebiet zum Nationalen Denkmal erklärt und von der Unesco wurden die dort etwa 2500 gefundenen Gravuren 2007 als Weltkulturerbe eingestuft.

Eines der bekanntesten Gravuren ist wohl der Löwe mit dem eigenartigen geschwungenen Schwanz, der am Ende eine Hand hat. Auf dem Rückweg zur Rezeption rutschte Adelbert von einem Stein ab und war zu Boden gestürzt. Er hielt seine Kamera beim Hinfallen so, dass sie beim Fallen keinen Schaden nehmen konnte, er aber prallte mit seinen Rippen auf einen Stein und hatte sich dabei zumindest eine Rippe angebrochen. Aber die Hauptsache: die Kamera war in Ordnung. (Die Rippe heilt ja wieder von selbst).

Dennoch war es für ihn sehr unangenehm und er hatte beim Atmen anfangs ziemliche Schmerzen und nachts konnte er nur noch auf einer Seite schlafen. Wir hatten es ziemlich lange ausgehalten, so dass der Parkwächter der an den abgestellten Autos aufpasste, schon ungeduldig wurde und nach uns Ausschau hielt. Auf der Suche nach einem Campingplatz fuhren wir zunächst in die verkehrte Richtung.

Aber der Fahrer eines entgegen kommenden Fahrzeuges beschrieb uns den Weg zum nahe gelegenen Campingplatz „Aba Huab Kamp“. Zum Abendessen bereiteten wir wieder unsere Nudeln mit Fleischeinlage.

02.05.13

Wieder sind wir schon sehr früh auf Achse und fuhren zunächst auf der C39 und später auf der C43 über Palmwag nach Sesfontein, wir wollten uns dort das alte Deutsche Fort anschauen und eventuell auch dort übernachten. Sesfontein heißt wörtlich übersetzt sechs Quellen. Wir kamen anfangs gut und schnell voran und konnten vereinzelnd Giraffen und Strauße rechts und links der Piste beobachten. Gegen 10 Uhr bemerkten wir ein komisches Geräusch im Fahrzeuginnerem. Wir hielten sofort an um nachzusehen woher dies kommt.

Der hintere linke Reifen war platt. Es konnte nur wenige Minuten vorher passiert sein, dennoch machte der Reifen an den Seitenflanken einen miserablen Eindruck. Dass wir auf dieser steinigen Piste überhaupt das veränderte Fahrgeräusch gehört hatten grenzt schon an ein Wunder. Die äußere Reifenflanke wurde anscheinend von einem scharfkantigen Stein aufgeschlitzt. Zu unserem Glück hatten wir eine  Reifenversicherung abgeschlossen. (Von unserer Fahrzeugs-Vermietung wurde uns eine bestimmte Firma zur Reparatur oder Ersatz des Reifens zugewiesen) Der Wagenheber und das weitere Werkzeug musste nun unter der Rückbank entnommen werden. Nach dem die Radmuttern gelöst waren setzten wir den Wagenheber unter der Hinterachse an und entfernten das defekte Rad. Beim Versuch den neuen Reifen anzusetzen rollte der Wagen rückwärts und rutsche vom Wagenheber ab. Die Handbremse zog nicht besonders gut und außerdem hatten wir versäumt, den Wagen mit Steinen abzusichern. Zum Glück verhinderte die Felge ein komplettes Abrutschen. Wir mussten dennoch eine Vertiefung in die Piste graben um den Wagenheber erneut ansetzen zu können. Von nun an hatten wir ein komisches Gefühl mit jetzt nur noch einem Ersatzreifen auf der steinigen Piste weiterzufahren.

Uns fielen immer wieder kuriose Schilder am Wegesrand auf und beschlossen der Ankündigung „WELCOME HIMBS VILLAGE CRAFT CENTER“ zu folgen.

Wir gingen zum Dorf und dort fragten wir ob wir auch fotografieren dürften. Man sagte man dürfte gegen eine Gebühr von ungerechnet 1 €  eine Aufnahme machen. Adelbert machte eine Aufnahme, danach hat er am Fahrzeug einen Ausdruck gefertigt und dann das Bild überreicht. Daraufhin konnten wir uns nicht mehr vor Aufträgen retten und wurden regelrecht an unserem Fahrzeug umlagert.

Alle wollten Bilder von sich oder von der Familie haben. So entstanden viele Aufnahmen von den Himbas die noch heute wie vor 100 Jahren leben. Wir mussten schließlich einen Mangel an Fotopapier vortäuschen, um die Foto-Session zu beenden. Da uns bekannt war, dass durch die lange Trockenheit in Namibia Mangel an Lebensmitteln herrschte, gaben wir einiges von den unsrigen ab. Sesfontein erreichten wir um 15 Uhr und suchten zuerst eine Tankstelle auf. Von dort fuhren wir dann zum „Old German Fort“.

Das Fort ist mittlerweile in privater Hand und in ihm ist eine Loge eingerichtet worden. Aber eine Übernachtung kam nicht in Frage, der Übernachtungspreis war uns viel zu hoch. Nach der Besichtigung fuhren wir nochmals Sesfontein an und deckten uns wieder mit Mineralwasser ein. Wir mussten uns nun nach einer Übernachtungsmöglichkeit umschauen. Ein Hinweisschild war uns auf der Strecke etwa 25 km vor Sesfontein aufgefallen wir fuhren daher nach Khowarib zurück.

Ein km von der Hauptstrecke erreichten wir dann eine Lodge, wir hatten aber einen Campingplatz erwartet. Der Preis von 130 € pro Person für die einfachen Unterkünfte waren für uns nicht akzeptabel. Wir erfuhren aber nebenbei, dass etwa 2 km weiter ein Campingplatz sei, die Kosten pro Person lagen bei  .ungerechnet 10 €. In Ruhe konnten wir dann noch unser Abendessen kochen. Was wird es schon gegeben haben?: natürlich Nudeln und anschließend ein kühles Bier aus unserem im Fahrzeug eingebauten Kühlschrank.

03.05.13

Frühmorgens kurz nach Sonnenaufgang bereiteten wir uns schon unser Frühstück, auch ein guter Kaffee durfte nicht fehlen. Da der Campingplatz auch mit elektrischem Strom ausgestattet war, konnten wir alle unsere Batterien aufladen. Zu unserem Glück hatten wir uns in Swakopmund einen Adapter gekauft, denn in Namibia konnten wir unseren Adapter, der angeblich weltweit funktionieren sollte, nicht einsetzen. Wir hatten solche Stecker bewusst noch nicht gesehen. Nur sehr selten gab es zusätzliche Steckdosen in europäischer Norm. Da der Campingplatz von der Lodge verwaltet wurde, mussten wir sie noch einmal aufsuchen und dort die Gebühren für die Übernachtung entrichten. Unser nächstes Ziel war nun Opuwo, das Zentrum der Himbakultur. (Opuwo bedeutet in der Stammessprache der Himbas das „Ende“). Wir wählten nicht die asphaltierte Straße C35 sondern fuhren auf der Piste C43 über den Joubert Pass in Richtung Norden. Uns war die Stecke von der Reise 1995 als sehr rau und schwierig bekannt. Sie ist nun aber sehr gut ausgebaut und weist keine schwierigen Passagen mehr auf. Nur am Joubert Pass waren noch größere Pistenbauarbeiten im Gange. Kurz nach den Baustellen wurden wir angehalten und gefragt ob wir uns eine Himbasiedlung, die einige Meter abseits der Piste lag, anschauen möchten. Die Frage, ob wir auch dort fotografieren dürften, wurde bejaht aber als Gegenleistung würde man sich über einige Lebensmittel freuen. Man wollte also fürs Fotografieren kein Geld.

Wir nahmen die Einladung an und gingen mit unseren Kameras zum Kraal. Dieser Besuch versprach noch einiges mehr über die Lebensweise der Himbas zu erfahren. So wurde uns erläutert, dass das Feuer in einem Kraal nicht erlöschen darf, weil sonst der Kontakt zu den Ahnen verloren ginge. Für diese Aufgabe, das Feuer in gang zu halten, wird eine Person auserwählt. Nach dessen Tod wird diese Aufgabe an den ältesten Sohn weitergegeben. Auch die Erbfolge ist von der unsrigen völlig abweichend. Die Tiere des Erblassers werden an die Kinder der Schwester weitergegeben. Die eigenen Kinder erben vom Onkel.

Als wir den Kraal betraten, wurden von den Frauen ihre Handarbeiten schleunigst ausgelegt und uns angeboten. Handeln ist bei den Himbas nicht üblich, es sind alles Festpreise. Sie sind dabei überaus freundlich in keiner Weise aufdringlich. Auch hier packten wir den Drucker aus und fertigten die ersten Bilder danach wollten alle einige Bilder von sich und der Familie haben.

Zuschauer beim Bilderausdruck

Nach etwa 25 Bildern war das Farbband am Ende und wir konnten das Drucken ohne große Erklärungen einstellen. Auch hier überließen wir der Gemeinschaft einiges an Lebensmittel, wie Nudeln und Butter.

Von den Bewohnern des Kraals wurden wir dann aufs herzlichste verabschiedet. Unterwegs kamen wir noch an einigen kleinen Siedlungen vorbei und etwa 20 km vor Opuwo durchfuhren wir einen Baobab Wald. Wir machten natür­lich Halt und lichteten einige von diesen Baumriesen ab.

Größenvergleich zwischen Mensch und Baum

Etwa um 14 Uhr trafen wir in Opuwo ein und sahen uns nach einer Unterkunft um. Wir entdeckten ein Hinweisschild „Country Hotel“ und fuhren auf teils noch im Bau befindlichen Straßen zu dem ziemlich abseits gelegenem Hotel. Es war ein riesiger neuer Prachtbau aber viel zu teuer. Der dazugehörige Campingplatz lag uns zu weit außerhalb von Opuwo, kam also auch nicht in Frage.

Wir fuhren ins Stadtzentrum und entdeckten das Abba Gästehaus. Es war mit ca. 22€ pro Doppelzimmer mit Frühstück ein schönes, sauberes und sehr preiswertes Hotel.

Unsere freundlichen Zimmernachbarn

Im bewachten Hof konnten wir außerdem unser Fahrzeug auch sicher abstellen. Unsere schmutzige Wäsche wurde von einer Frau, die auch in der Rezeption tätig war, privat gewaschen. Ein kleiner Nebenverdienst wurde auch hier gerne entgegengenommen. Am frühen Nachmittag hatten wir Männer uns ein kühles Bier, je ½ Liter, und Ingeborg ein riesiges Eis was sie kaum bezwingen konnte in einem Gartenlokal genehmigt. Kurz vor 18 Uhr sind wir dann nochmals zu diesem uns empfohlenen Restaurant gefahren. Wir bekamen einen schönen Platz im Garten mit Sicht auf das pulsierende Leben ringsherum.

Unser Abendessen war wieder einmal hervorragend. Wir hatten uns allesamt für ein Rumpsteak entschieden. Auch gab es hier ein gut gezapftes Namibisches Bier. Abends in unserem Hotel konnten wir noch einiges im Internet erledigen.

Auch setzten wir uns noch mit der Autovermietung, Frau Grüttemeyer, telefonisch in Verbindung, um zu erfahren wo wir einen neuen Ersatzreifen bekommen können. Wir gaben unsere nächsten Ziele an und sie versprach uns umgehend den Ort, die Werkstatt und den dortigen Ansprechpartner per E-Mail mitzuteilen.

04.05.13

Wieder, wie mittlerweile Routine, sind wir um 6.00 Uhr aufgestanden. Als wir kurz vor 7.00 Uhr den Frühstücksraum betraten, war noch niemand vom Küchenpersonal anwesend. Erst ca. 1/4 Stunde später traf die junge Frau, die uns auch unsere Wäsche gewaschen hatte, völlig aufgelöst ein, sie hatte sich offenbar verschlafen. Mit uns kamen 6 Japaner im “Feinem Zwirn” zum Frühstücken und machten einen riesen Wirbel, sie wollten nicht in den Räumlichkeiten sondern im Freien das Frühstück einnehmen. Die Japaner ließen sich ohne Rücksicht auf andere Gäste die Tische und die Stühle von der jungen Frau auf die Terrasse bringen. Als sie schließlich mit dem Eindecken nach sehr kurzer Zeit fertig war verließen die 6 Personen murrend, aber ohne ein Wort zu verlieren, das Frühstücks-Lokal. Erst den gesamten Betrieb aufhalten und dann einfach so zu verschwinden, war wohl nicht die feine Art. Schon während des Frühstücks hörten wir Gesänge von einer festlich gekleideten Gruppe die auf der Straße an unserem Hotel vorbeizog. Im Hotelzimmer schauten wir nach, ob E-Mails eingegangen waren. Frau Grüttemeyer hatte schon geantwortet. Sie teilte uns mit, dass wir am Montag in Outjo bei der Firma Muliplex Tyers einen neuen Reifen bekommen könnten. Wir mussten daher unsere Planung umwerfen und verlängerten unseren Aufenthalt  im Hotel Abba um einen Tag, denn wir wollten nicht schon am Samstag in Outjo eintreffen und möglicherweise dort 2 bis 3 Tage verbringen. Die Verlängerung im Hotel war auch kein Problem. Wir stiegen in unser Fahrzeug um uns in der Stadt und in der näheren Umgebung umzuschauen. Zunächst fuhren wir auf eine Anhöhe, um uns Opuwo von oben etwas anzuschauen. Dann fuhren wir auf der C41 Richtung Osten. Hier begegneten wir wieder der festlich gekleideten Gesangsgruppe und fuhren im Schritttempo hinter ihr her, bis sie auf ein größeres Grundstück immer noch singend einbogen. Neugierig blieben wir stehen und gingen langsam auf die andere Straßenseite zur Gruppe hinüber.

Ein freundlicher Mann kam uns entgegen und erklärte uns, dass dies eine christliche Veranstaltung, ein christliches  Jugendtreffen mit anschließender Taufe sei.  Unsere Frage, ob wir zuschauen und fotografieren dürften, wurde positiv beantwortet. Immer wieder zwischen den Auftritten der Prediger wurden Choräle gesungen. Der Gesang war für uns ein tolles Erlebnis, hätte es von dieser Gruppe eine CD gegeben, würden wir sie bestimmt gekauft haben. So müssen wir uns eben mit den Tonaufnahmen der Videokamera begnügen.

Zum Schluss wurden zwischen kurzen Predigten der drei anwesenden Prediger mehrere Personen, Frauen und Männer, in einem mit Wasser gefülltem Betonbecken getauft. Sie wurden rücklings mit dem Kopf völlig unter Wasser gedrückt.

Danach löste sich die Veranstaltung langsam auf. Auch wir fuhren dann zu unserem Hotel zurück und ruhten uns ein wenig aus. Zum Abendessen fuhren wir wieder zum gleichen Lokal wie am Vorabend. Diesmal bestellten wir uns wieder einmal Wildbraten. Abends hörten wir von unserem Hotelzimmer aus ziemlich laute Musik und gingen neugierig dem Trubel nach. Ganz in der Nähe war eine Disko, deren Türen weit geöffnet waren. Innen waren nicht einmal ein halbes Dutzend Jugendlicher, die an einer Theke standen. Also für die Lautstärke war nicht viel los und wir sahen auch keine Veranlassung dort einen Schlummertrunk zu nehmen.

Außen, direkt neben der Disko, hatte man gerade eine Ziege geschlachtet und war dabei, diese zu zerlegen. Wir hingegen gingen zum Hotel zurück.

Rundreise durch Namibia Fortsetzung